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Eines der spätmittelalterlichen Schlösser Württembergs

Residenzschloss Urach

Detailbild des Wappens der Grafen von Württemberg-Mömpelgard in Schloss Urach; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Thomas Kiehl
Eine gute Partie

Mömpelgard und

Württemberg

Mit einem Heiratsvertrag sicherte Graf Eberhard III. die französische Grafschaft Mömpelgard für Württemberg. So gehörte Mömpelgard von 1407 bis 1796 zum württembergischen Herrschaftsgebiet. Mömpelgard erlaubte nicht nur einen intensiven kulturellen Austausch, sondern diente auch als »dynastische Reserve«.

Kupferstich des Merians von Mömpelgard um 1160; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Die Grafschaft Mömpelgard um 1660.

NEUE BESITZUNGEN IM FRANZÖSISCHEN GEBIET

Nach dem Tod Stephans von Mömpelgard im November 1397 gelang es Graf Eberhard III. von Württemberg, einen vorteilhaften Heiratsvertrag abzuschließen: Sein noch minderjähriger Sohn, der spätere Graf Eberhard IV., und die ebenfalls noch minderjährige Henriette von Mömpelgard verlobten sich. Sie war die erbberechtigte Enkelin Stephans von Mömpelgard. Als die beiden im Jahr 1407 heirateten, wurde die Grafschaft Mömpelgard württembergisch – als „Grafschaft Württemberg-Mömpelgard“ blieb sie das bis 1796.

Henriette von Mömpelgard, Glasfenster im Chor der Stiftskirche Tübingen, 1477; Foto: Wikipedia, gemeinfrei

Henriette von Mömpelgard.

Witwe und Regentin

1409 übernahm Graf Eberhard IV. die Regierung über Mömpelgard und einiger dazugehöriger Herrschaften, nach dem Tod seines Vaters 1417 auch die Regierung über die Grafschaft Württemberg. Doch starb er schon zwei Jahre später. Eberhard IV. und Henriette hatten eine Tochter und zwei Söhne, die 1419 beide noch minderjährig waren. Henriette erhielt die Vormundschaft über ihre beiden Söhne und regierte zunächst in der gesamten Grafschaft. Ab 1421 bis zu ihrem Tod 1444 regierte sie als Regentin alleine in Mömpelgard.

Graf Ludwig I. von Württemberg-Mömpelgard; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Robert Bothner

Graf Ludwig I. von Württemberg-Mömpelgard als Stifter.

URACH UND MÖMPELGARD

Mit dem Nürtinger Vertrag von 1442 beschlossen die beiden Brüder eine Teilung Württembergs. Ludwig I. – Begründer der Uracher Linie – erhielt den Uracher Teil mit den Gebieten im Westen und Süden des Landes inklusive der Gebiete im Elsass. Nach dem Tod der Mutter Henriette kam noch Mömpelgard dazu. Ludwig baute Urach zu seiner Residenzstadt aus. Sein Bruder Ulrich V. – Begründer der Stuttgarter Linie – bekam den östlichen und nördlichen Landesteil mit der Residenzstadt Stuttgart. Wie bei diesem Brüderpaar diente Mömpelgard in den folgenden Jahrhunderten immer wieder dazu, dynastische Teilungen zu erleichtern.

Detailbild des Wappens der Mömpelgarder Grafen; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Janna Almeida

Die Mömpelgarder Barben im Wappen.

GEGENSEITIGE EINFLUSSNAHME

Die Verbindung des württembergischen Grafenhauses mit der reichen Grafschaft im französischen Sprachgebiet jenseits des Rheins sollte über vier Jahrhunderte erhalten bleiben. Dabei verstärkte Mömpelgard zweifellos den Einfluss französischer Kultur und Sprache auf Württemberg. Äußeres Zeichen dafür: Im württembergischen Wappen traten die Barben Mömpelgards auf, zwei goldene Fische auf rotem Feld.

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