Residenzschloss Urach
Eines der spätmittelalterlichen Schlösser Württembergs
Residenzschloss Urach, innen, Palmensaal mit Ausstellung

Ein Ort voller GeschichtenDas Residenzschloss Urach neu erleben

Fünf Jahre lang wurde das Residenzschloss Urach umfassend saniert und neu konzipiert. 2026 öffnet einer der bedeutendsten Residenzorte Württembergs wieder seine Türen – und lädt dazu ein, historische Räume, prächtige Kunstschätze, spannende Geschichten und den neu gestalteten „Museumsgarten“ zu entdecken.

Residenzschloss Urach, innen, Goldener Saal, Portal

Portal im Goldenen Saal, dem prunkvollen Festsaal aus der Renaissance-Zeit.

Das Schloss als Hauptdarsteller

Das Residenzschloss selbst ist eines der bedeutendsten Ausstellungsobjekte. Beim Rundgang lassen sich zahlreiche neue Erkenntnisse zu seiner Baugeschichte entdecken. Archäologische Funde vom Schlossareal, originale historische Bauteile und moderne Vermittlungsangebote zeigen, wie sich das Schloss über die Jahrhunderte entwickelte. Auch im Außenbereich werden historische Strukturen sichtbar: Heckenpflanzungen markieren frühere bauliche Situationen und lassen vergangene Schlossbereiche wieder erahnen.

Residenzschloss Urach, innen, Dürnitz mit Ausstellungselement

Blick in die Dürnitz: Fünf Frauen erzählen Schlossgeschichte.

Fünf Frauen erzählen Schlossgeschichte

Ein Teil der Präsentation widmet sich den Menschen, die das Schloss geprägt haben. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Frauen des Hauses Württemberg. Fünf ausgewählte Persönlichkeiten begegnen den Besucherinnen und Besuchern immer wieder in der Ausstellung. Ihre Lebensgeschichten führen durch unterschiedliche Epochen und historische Ereignisse. Sie eröffnen neue Perspektiven auf Herrschaft, Familie, Politik und den Alltag adeliger Frauen der Vormoderne – differenziert, lebensnah und jenseits vermeintlicher Rollenbilder.

Residenzschloss Urach, innen, Prunkschlittensammlung

Blick in die Prunkschlitten-Sammlung, hinten rechts das Uracher Wildschwein.

Glanz und Macht am württembergischen Hof

Wie präsentierten sich die Herrscher von Württemberg? Wie sah das Leben bei Hofe aus, und welche Rolle spielten Architektur, Kunst und Feste für die Darstellung von Macht? Die Ausstellung zeigt die Residenz als Ort höfischer Repräsentation und gibt Einblicke in das Leben am Hof. Höhepunkte sind berühmte Kunstobjekte wie das Prunkbett, das Epitaph des Grafen Heinrich und das Uracher Wildschwein Herzog Ulrichs. Die eindrucksvolle Sammlung barocker Prunkschlitten des Landesmuseums Württemberg vermittelt den Glanz höfischer Kultur.

Entdecken, hören, mitmachen

Von 2021 bis 2026 wurde das Residenzschloss durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Tübingen, umfassend modernisiert und an heutige bauliche Anforderungen angepasst. Zugleich entwickelten die Staatlichen Schlösser und Gärten eine Ausstellung, die das Schloss und seine Kunstwerke zeitgemäß vermittelt und zugleich ihren Schutz und Erhalt sicherstellt. Interaktive Elemente, Hörstationen und multimediale Animationen machen Geschichte erlebbar. Ein kurzweiliges Angebot für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen trägt zur Inklusion bei.

Residenzschloss Urach, innen, Dürnitz mit Hörstation
Residenzschloss Urach, innen, Palmensaal mit Inszenierung

Mit Hilfe von interaktiven Elementen und Hörstationen, Bildern und historischen Exponaten entsteht ein Bild der spätmittelalterlichen Uracher Residenz.

Residenzschloss Urach, außen, Schloss und Garten

Der neu angelegte Schlossgarten vor dem Residenzschloss.

Ein Garten inspiriert vom Quattrocento

Auch der Schlossgarten wurde neugestaltet. Als musealer Erlebnisraum nimmt er Bezug auf die Zeit Barbara Gonzagas (1455–1503), die den kulturellen Austausch zwischen Italien und Württemberg prägte. So wurden Elemente der Gartenkunst des Quattrocento neu interpretiert: Der von Hecken umschlossene „giardino segreto“, Vasen mit Duftkräutern, ein Laubengang, Wiesen mit historischen Obstsorten und ein Nutzgarten mit Schöpfbrunnen lassen einen atmosphärischen Garten mit typischen Elementen aus Mittelalter und Renaissance entstehen.