Residenzschloss Urach
Eines der spätmittelalterlichen Schlösser Württembergs
Residenzschloss Urach, Zwei Tische im Weißen Saal

Blumen aus Blech nach der Natur gemachtDer Blumenleuchter

Der Leuchter, verziert mit Wiesenblumen und Blätterranken, spendete Licht für die festliche Tafel von Herzog Carl Eugen und seinen illustren Gästen in Urach. Der Blumenleuchter aus Blech gehört zur originalen Ausstattung des Weißen Saales um 1765.

Residenzschloss Urach, Detailansicht, Supraporte mit Hirsch

Im stuckierten Bildfeld über der Tür ist ein Hirsch zu sehen – ein typisches Jagdmotiv.

Festlich Tafeln

Der Weiße Saal erhält heute durch den farbenfrohen Blumenleuchter einen auffälligen Akzent. Der Raum wurde um 1765 von Herzog Carl Eugen eingerichtet und als Speisesaal genutzt. Schloss Urach diente dem Herzog als intimer Rückzugsort, an dem er sich im engsten Kreis erholte. Die filigranen Stuckaturen des Weißen Saales greifen mit ihren Darstellungen den Zeitvertreib Carl Eugens in Urach auf: Jagd und Musik. Sie stammen ursprünglich vermutlich von Valentin Sonnenschein und wurden in den 1960er-Jahren umfassend restauriert.

Residenzschloss Urach, Blumenkronleuchter im Weißen Saal

Aus Blech nachgebildete Blüten verzieren den Leuchter.

Überwältigende Vielfalt von Blütenformen

Der Blumenleuchter aus Blech besteht aus einer betörenden Vielfalt von nachgebildeten Blütenformen. Bei näherer Betrachtung wird die überreiche Fülle deutlich: Wiesenblumen, Akanthus, Artischocke, Hibiskus, Huflattich, Leberblümchen, Nelke, Rose, Silberdistel, Sonnenblume, Stechpalme und Trollblume. Die Tulpe, eine besonders im Barock begehrte Luxuspflanze, ist ebenfalls im bunten Blumenbouquet zu sehen. Wie die Blüten, so ist auch das grüne Blattwerk des Leuchters anschaulich und üppig wiedergegeben.

Residenzschloss Urach, Tisch und Blumenleuchter im Weißen Saal

Blick in den Weißen Saal mit einem der Blumenleuchter.

Leuchterarme wie Blumengirlanden

Der Blumenleuchter stammt vermutlich aus Frankreich und wurde um 1765 geschaffen. Er zählt zu der originalen Ausstattung des Weißen Saales. Die überbordende Blütenpracht verbirgt das konstruktive Gerüst des Leuchters fast gänzlich im Inneren. Die Balustersäule des Leuchters besteht aus mehreren goldenen Kugeln, deren Größe nach unten abnimmt. Von ihr geht die doppelte Reihe der s-förmig ausgestellten Leuchterarme ab, die wie Blumengirlanden gestaltet sind.

Residenzschloss Urach, Detailansicht einer gedeckten Tafel im Weißen Saal

Auch bei Tischdekoration und Geschirr wurde das Thema Natur und Jagd aufgegriffen.

Die Natur als Quelle der Inspiration

Im ausgehenden 18. Jahrhundert bedienten sich die Künstler bei der Gestaltung von Innenräumen aus dem Formenreichtum der Natur, um die Vorliebe für leichte und bewegte Dekorationen zu erfüllen. Die unerschöpfliche Vielfalt der Pflanzenwelt bot sich dabei als eine ständige Quelle der Inspiration. Auch hatte die höfische Gesellschaft ihr Interesse für die Naturschönheiten der Schwäbischen Alb entdeckt. Mit dem Blumenleuchter holte sie sich dieses Naturerlebnis in das Innere des Schlosses.

Mehr erfahren

Kunstwerke & Räume

Arbeit & Vergnügen

Bitte wählen Sie maximal 5 Schlagwörter aus.