Porträt der Barbara Gonzaga in einem Wandbild von Andrea Mantegna

Die erste Herzogin von Württemberg

Barbara Gonzaga

Barbara Gonzaga von Mantua (1455–1503) verhalf Urach zu besonderem Glanz. Als Gemahlin Graf Eberhards V. kam sie von Mantua über die Alpen und feierte 1474 die berühmte Uracher Hochzeit. Sprachliche und kulturelle Hürden erschwerten ihr das Einleben in ihrer neuen Heimat.

Detail der Wandmalerei im Palmensaal von Schloss Urach

Für die Hochzeit wurde der Palmensaal ausgemalt.

Was verbindet Barbara Gonzaga mit Urach?

Durch ihre Hochzeit mit Graf Eberhard V. im Bart gelangte Barbara 1474 nach Urach. Das eher bescheidene Leben in Urach hatte nichts mit ihrem vorherigen Leben in Mantua gemein. Von dort war sie eine glänzende Hofhaltung und den regen Austausch mit Künstlern und Gelehrten gewohnt. Mit ihrer üppigen Aussteuer brachte sie ein wenig italienischen Glanz nach Urach und an den württembergischen Hof, dem sie seit 1495 als erste Herzogin des Landes vorstand.

Wie wurde die Hochzeit gefeiert?

Mit Spannung wurden die Ankunft des prunkvollen Brautzugs und das mächtige Gefolge Barbaras in Urach erwartet. Eberhards Residenzstadt putzte sich für die Braut und das prächtige, mehrere Tage dauernde Hochzeitsfest heraus. Die Feierlichkeiten gerieten zu einer einzigartigen Demonstration fürstlichen Selbstverständnisses des Bräutigams. Eberhards Stolz auf seine Ehefrau und seine neue Verwandtschaft wurde mit einem ungeheuren logistischen, wirtschaftlichen und künstlerischen Aufwand zur Schau gestellt.

Nachbildung von Glasfenstern aus dem Chor der Tübinger Stiftskirche, heute in der Schlosskirche im Alten Schloss Stuttgart

Die Eheleute Eberhard im Bart und Barbara Gonzaga.

Was für eine Ehe führten Barbara und Eberhard?

Die Ehe zwischen Eberhard und Barbara wurde in gegenseitigem Einverständnis geschlossen. Das Brautpaar verband zunächst eine innige Zuneigung, auch wenn sprachliche Schwierigkeiten zu Beginn der Ehe erst überwunden werden mussten. Inspiriert durch seine Frau entwickelte sich Eberhard zu einem großen Verehrer Italiens und des Humanismus, wodurch die Kultur der Renaissance in Württemberg Einzug hielt. Der Tod der einzigen gemeinsamen Tochter im Alter von wenigen Monaten belastete die Beziehung jedoch zusehends.

Kostbares Schmuckanhänger der Barbara Gonzaga; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Mit Barbara Gonzaga kam Pracht an den Uracher Hof.

Aus welchen Familienverhältnissen stammte sie?

Barbara hatte durch ihre Mutter Barbara von Brandenburg deutsche Wurzeln. Am weltoffenen Hof ihres Vaters Ludovico II., Markgraf von Mantua, wuchs Barbara im Geist der Renaissance auf. Hier lernte sie Wissenschaftler und Künstler kennen. Am bescheidenen württembergischen Hof fühlte sich Barbara nicht wohl. Zeit ihres Lebens hatte sie großes Heimweh nach Italien und ihrer Familie. Ihre Hoffnung auf eine Rückkehr nach dem Tod Eberhards erfüllte sich nicht. Sie starb 1503 in Böblingen.

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