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Eines der spätmittelalterlichen Schlösser Württembergs

Residenzschloss Urach

Grabmal Mechthilds in der Stiftskirche Tübingen; Foto: wikimedia, gemeinfrei
Sonderausstellung vom 27. November 2019 bis 1. März 2020

Mechthild (1419–1482)

im Spiegel der Zeit

2019 jährt sich der Geburtstag von Mechthild von der Pfalz zum 600. Mal. Zu Ehren einer der bedeutendsten Frauengestalten in der Geschichte des deutschen Südwestens präsentiert das Hauptstaatsarchiv Stuttgart vom 27. November 2019 bis 1. März 2020 eine kulturhistorische Ausstellung im Residenzschloss Urach.

Residenzschloss Urach, Renaissancetor; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Adler

In Urach existierte bereits ein Schloss für das Ehepaar.

Heirat mit einem Württemberger

Als Tochter des Kurfürsten Ludwig III. von der Pfalz wird Mechthild am 7. März 1419 im Heidelberger Schloss geboren. 1436 heiratet sie Graf Ludwig I. von Württemberg. Wenig später wird die Grafschaft Württemberg aufgeteilt und das Ehepaar erhebt Urach zur Residenz und hält von nun an dort Hof. Die glanzvollsten Jahre des kleinen Städtchens sollten beginnen.

Verbindungen ins Habsburger Reich

Ihr Mann fällt im Jahr 1450 der Pest zum Opfer. Darauf hin vermählt sich Mechthild mit Erzherzog Albrecht VI. von Österreich, dem Bruder des Kaisers Friedrich III. Doch auch ihr zweiter Gemahl verstirbt elf Jahre nach der Hochzeit. Von nun an widmet sich Mechthild ihrem Witwenhof in Rottenburg am Neckar. Als strahlender Ort höfischer Kultur geht dieser in die Geschichtsschreibung ein und bildet zu ihrer Zeit einen Anziehungspunkt für zahlreiche bedeutende Gelehrte und Literaten.

Darstellung Albrechts im Codex Ingeram; Foto: Kunsthistorisches Museum Wien
Darstellung Mechthilds im Codex Ingeram; Foto: Kunsthistorisches Museum Wien

Darstellung von Albrecht VI. von Österreich und Mechthild von der Pfalz im Codex Ingeram.

Mechthilds beeindruckendes Wirken

Auch Bildung und Wissenschaft interessierten Mechthild. Sie unterstützte ihren Mann Albrecht bei der Gründung der Universität Freiburg. Ebenso stand sie ihrem Sohn Eberhard im Bart zur Seite, als dieser im Jahr 1477 in Tübingen eine Universität gründete. Auch in der Politik wirkte die gebildete Frau, aufgrund ihrer biografischen Verbindungen zur Kurpfalz, Württemberg und dem habsburgischen Königshaus mit. Freilich ist es nicht die politische Größe, die Mechthild ein breites landesgeschichtliches Interesse sichert; dieses gilt primär ihrer kulturgeschichtlichen Bedeutung als herausragende Mäzenin zeitgenössischer Literaten und Mitbegründerin der Universitäten Freiburg und Tübingen.

Bad Urach, Palmensaal; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Janna Almeida

Die Ausstellung findet im Palmensaal statt.

Reiches Erbe

Als sie im Jahr 1482 im Alter von 63 Jahren stirbt, hinterlässt sie ein großzügiges Testament, das sowohl ihren Reichtum wie ihre Frömmigkeit widerspiegelt. Diesem Erbe sowie ihrem kulturellen Umfeld an ihren Höfen in Urach und Rottenburg wird in der Ausstellung besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Service

Mechthild (1419–1482) im Spiegel der Zeit

Ausstellung

Ausstellungsort

Residenzschloss Urach
Bismarckstr. 18
72574 Bad Urach

Termin

Mittwoch, 27. November 2019 bis Sonntag, 1. März 2020

Öffnungszeiten

Mi, Fr 13.00 – 16.00 Uhr
Di, Do 10.00 – 16.00 Uhr
Sa, So, Feiertag 12.00 – 17.00 Uhr
24., 25. und 31. Dezember sowie 1. Januar geschlossen

Eintritt

Pro Person 4,00 €
mit Führung pro Person 5,00 €

Führungen

Sonntag 14.00 Uhr und nach Vereinbarung.

Begleitprogramm

Donnerstag, 16. Januar 2020, 19.00 Uhr
„Vil naigung, gnad vnd willen. Die Kartause Güterstein und ihre Wohltäterin Mechthild von der Pfalz“
Vortrag von Dr. Roland Deigendesch, Stadtarchiv
Reutlingen.

Donnerstag, 13. Februar 2020, 19.00 Uhr
„Mechthild von der Pfalz, ihre Familie und ihr Vermächtnis“
Vortrag von Prof. Dr. Peter Rückert, Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Kurator der Ausstellung.

Kontakt

Residenzschloss Urach
Bismarckstr. 18
72574 Bad Urach

Informationen im Überblick