One of Württemberg's late medieval palaces

Urach Residential Palace

Detail des hölzernen Modells mit dem Bildnis des Grafen Heinrich von Württemberg im Goldenen Saal von Schloss Urach; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Janna Almeida
Für eine Ahnenreihe geschaffen

Das Bildnis des

Heinrich von Württemberg

Das hölzerne Modell mit dem Bildnis des Grafen Heinrich von Württemberg steht im Goldenen Saal von Urach. Es diente als Vorlage für ein steinernes Standbild im Stil der Renaissance, das zu den Standbildern der Grafen von Württemberg in der Stiftskirche Stuttgart gehört.

Hölzernes Modell mit dem Bildnis des Grafen Heinrich von Württemberg im Goldenen Saal von Schloss Urach; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Janna Almeida

Lebensgroßes Porträt des Grafen.

Porträt mit kunstvoll verziertem Rahmen

Das lebensgroße Porträt in der Mitte des Modells ist ein Relief, Gesicht und Figur realistisch und körpernah geschnitzt. Der breite Rahmen ist mit kunstvollen Ornamenten und Figuren reich verziert. Der Graf steht auf einem Löwen, ein Zeichen seiner Herrscherwürde. Er ist mit einer Rüstung bekleidet und hält in seiner linken Hand ein Schwert, in seiner Rechten einen Feldherrenstab. Im Giebel über seinem Kopf geben eine Inschrift und das Wappen Württemberg-Mömpelgard Auskunft über den Grafen.

Wappen des Grafen im Giebel des Modells, Goldener Saal im Schloss Urach; Foto: Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Janna Almeida

Wappen Heinrichs, der für fünf Jahre Graf von Württemberg-Mömpelgard war.

Herzog Ludwigs Ahnenreihe

Um 1575 fasste Herzog Ludwig, der Urenkel Heinrichs, den Entschluss, eine Art Ahnengalerie in der Stiftskirche in Stuttgart unterzubringen: Die württembergischen Grafen, die dort begraben worden waren, sollten in Form von lebensgroßen Reliefs verewigt werden. Dazu gehörte auch Graf Heinrich. Zunächst wurde ein Modell für das Relief Heinrichs hergestellt. Den Auftrag dazu erhielt der Augsburger Bildhauer Paul Mair: Er schnitzte das hölzerne Bildnis nach einem Entwurf des Stuttgarter Malers Hans Steiner um 1577. Von Anfang an war das aus Lindenholz hergestellte Modell unbemalt.

Detailbild der Ahnenreihe in der Stiftskirche in Stuttgart; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Robert Bothner

Die Ahnenreihe in der Stuttgarter Stiftskirche.

Renaissance-Kunstwerke aus Stein

Auf das hölzerne Modell sollte ursprünglich ein Eisenguss folgen. Dazu kam es jedoch nie. Die Reihe der württembergischen Grafen wurde schließlich von Bildhauer Sem Schlör in Stein ausgeführt. Noch heute sind in der Stiftskirche Stuttgart die elf Standbilder an der Nordwand des Chores zu bewundern. Wie das hölzerne Modell nach Urach gelangte und ob noch weitere Modelle anderer Grafen existierten, ist ungewiss. Lange Zeit hing das Modell in der Dürnitz, bevor es im Goldenen Saal aufgestellt wurde.

Opfer politischer Ränke

Heinrich von Württemberg (1448–1519) war von 1473 bis 1482 Graf von Württemberg-Mömpelgard. 1482 trat Heinrich die Grafschaft Mömpelgard an seinen Bruder Eberhard ab. Doch auch seinem Vetter stand Heinrich im Weg: 1490 ließ Graf Eberhard V. ihn aus machtpolitischen Gründen verhaften. Als Begründung für die Verhaftung diente eine angebliche Geisteskrankheit. Bis zu seinem Tod 1519 wurde Heinrich mit seiner Frau auf der Festung Hohenurach gefangen gehalten.

Blick von unten auf die Burg Hohenurach; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Arnim Weischer

Die Landesfestung Hohenurach über der Stadt.

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