Renaissance-Brautbett im Goldenen Saal von Schloss Urach

Kostbares Möbelstück der Renaissance

Das Brautbett

Das Brautbett von Schloss Urach wurde eigens für die Hochzeit von Herzog Ludwig von Württemberg mit seiner zweiten Frau Ursula von Pfalz-Veldenz geschaffen. Das Möbelstück erinnert an die dritte und letzte große Hochzeitsfeier in Urach.

Detailbild des Renaissancebettes im Goldenen Saal in Schloss Urach

Mit Blüten- und Blattranken geschmückt.

Reich verziertes Himmelbett

Das Himmelbett aus der Werkstatt des Hofschreiners Hans Rottenburger war in der damaligen Zeit ein überaus modernes Möbelstück. Es ist mit plastischen Voluten, Blüten- und Blattranken sowie einer überbordenden Vielfalt an Ornamenten verziert. Diese fast schon übertriebenen und gekünstelten Verzierungen sind typisch für die Entstehungszeit. Das Kopfende zeigt das Wappen des Brautpaars, darüber steht ein lateinischer Sinnspruch, übersetzt: „Alles gibt der Herr, er hat deshalb nicht weniger“.

Das Brautpaar

Herzog Ludwig heiratete nach dem Tod seiner ersten Frau Dorothee Ursula von Baden die blutjunge, gerade einmal dreizehnjährige Ursula von Pfalz-Veldenz. Die Ehe der beiden blieb kinderlos. Als Ludwig acht Jahre später starb, zog Ursula auf ihren Witwensitz in Nürtingen. Sie trauerte ihrem Mann bis an ihr Lebensende nach und ging keine weitere Ehe mehr ein.

Detail des Renaissancebettes im Goldenen Saal in Schloss Urach; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Janna Almeida

Kunstvolle Schreinerarbeit am Renaissancebett.

Hochzeit feiern hat Tradition in Urach

1585 feierten Ludwig und Ursula von Pfalz-Veldenz ihre Hochzeit – der Ort der Feierlichkeiten ist nicht überliefert. Möglicherweise fand diese Hochzeit in Urach statt und wäre damit die dritte glanzvolle Hochzeit, die Urach im Abstand von jeweils rund 100 Jahren erlebte. Das erste Fest fand anlässlich der Eheschließung von Eberhard III. und Antonia Visconti 1380 statt. Die spektakulärste Feier war die Hochzeit Graf Eberhards V. mit Barbara Gonzaga aus Mantua im Jahr 1474. 13 000 Gäste sollen damals angereist sein. Die Dürnitz und der Palmensaal erinnern an diese Heirat.

Ansicht des Renaissancebettes im Goldenen Saal in Schloss Urach; Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Sven Grenzemann

Heute steht das kostbare Bett im Goldenen Saal.

Eines der wenigen Prunkbetten seiner Zeit

Das Himmelbett ist eines von wenigen erhaltenen Prunkbetten aus der Zeit der Renaissance und eines der ganz wenigen Inventarstücke, die 1819 bei einer Versteigerung des Schlossmobiliars nicht verkauft wurden. Es erinnert noch heute an die Hochzeit eines ungleichen Paares, die möglicherweise auch in Schloss Urach gefeiert wurde. Mittlerweile steht das Bett im Goldenen Saal neben dem Bildnis des Grafen Heinrich von Mömpelgard.

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