Außenansicht von Schloss Urach mit Nebengebäuden

Spätmittelalterliches Residenzschloss in Württemberg

Das Schloss

Am Rande der Schwäbischen Alb, inmitten der malerischen Fachwerkstadt Bad Urach, liegt das spätmittelalterliche Residenzschloss Urach. Die Schlossanlage wurde am Ende des 14. Jahrhundert durch Graf Eberhard III. den Milden von Württemberg erbaut und war im Jahr 1400 fertiggestellt.

Außenansicht von Schloss Urach mit Tor; Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Adler

Der Sitz der Grafen von Württemberg.

Wasserburg der Grafen von Urach

Im 11. Jahrhundert errichteten die Grafen von Urach auf einer von der Ems umflossenen Halbinsel eine Wasserburg, die später „Altes Schloss“ oder „Wasserschlösschen“ genannt wurde. Vorhanden Bilder geben nur einen undeutlichen Eindruck von ihrem Aussehen, es haben sich jedoch Grundrisspläne aus dem 18. Jahrhundert erhalten. Sie wurde schließlich im Jahre 1789 abgerissen. Auch die späteren Besitzer von Urach, die Grafen von Württemberg, nutzten die Wasserburg nur selten. Im 14. Jahrhundert feierte dort Graf Eberhard III. mit seiner Braut Antonia Visconti die Hochzeit.

Ein Residenzschloss entsteht

Durch diese Adelshochzeit kam eine hohe Summe Geld nach Württemberg, das mit großer Wahrscheinlichkeit in die Erbauung des Uracher Schlosses floss. Dieses „neue“ Schloss wurde durch Graf Eberhard III. in nächster Nähe zum alten Wasserschloss nach dem Vorbild des Alten Schlosses in Stuttgart erbaut. Im Jahr 1400 war es schließlich fertiggestellt. Der für seine Entstehungszeit äußerst stattliche Bau besitzt zwei steinerne Geschosse und ein Fachwerkgeschoss, das die Wohnräume beherbergte. Seine Glanzzeit erlebte das Uracher Schloss während der Landesteilung 1442-1482, in der es durch Graf Ludwig I. von Württemberg zum Residenzschloss für seinen Landesteil erhoben wurde.

Außenansicht von Schloss Urach mit Weiher im Vordergrund

Das Residenzschloss mit seinem prächtigen Fachwerk.

Ansicht vom Goldenen Saal in Schloss Urach

Der prächtigste Raum im Schloss – der Goldene Saal.

Beliebtes Jagdschloss zum Feiern

Graf Eberhard im Bart, der Sohn Ludwigs I., baute sein Schloss weiter aus: Er ließ die Dürnitz und den Palmensaal dem Zeitgeschmack entsprechend festlich ausgestalten. Nach der Wiedervereinigung der Grafschaft Württemberg 1482 verlor Urach seine Bedeutung als Regierungssitz. Es blieb dennoch ein beliebtes Jagdschloss. Die nachfolgenden württembergischen Herzöge veränderten den Bau nach ihrem Geschmack. Beispielsweise erhielt der Goldene Saal seine prächtige Ausstattung, wie sie heute noch zu sehen ist, zu Beginn des 17. Jahrhunderts.

Erleben Sie die gewaltige Ruine der Burg Hohenurach, hoch aufragend auf einem Bergkegel über der Stadt Bad Urach. Sie geht auf die Grafen von Urach im 12. Jahrhundert zurück und wurde im 16. Jahrhundert als Festungsanlage ausgebaut. Von dort führt ein Spazierweg zu den Uracher Wasserfällen.

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