Prunkschlitten-Sammlung

In Schloss Urach sind 25 kostbare Prunkschlitten aus der Sammlung des Landesmuseums Württemberg ausgestellt. Die erlesenen Schlitten wurden alle im Auftrag von württembergischen Herzögen im 17. und 18. Jahrhundert gefertigt. Herzogliche Schlittenfahrten dienten Repräsentationszwecken und der Herrschaftslegitimation: die Untertanen sollten in der außerordentlichen Prachtentfaltung die Macht und Gewalt ihres Herrschers ganz unmittelbar erleben.

Zum Programm von winterliche Festvergnügen bei Hofe gehörten immer auch Schlittenfahrten. Die eindrucksvollen Schlitten fuhren jedoch nicht übers Land, sondern glitten, von Pferden gezogen, über Markt- und Schlossplätze, wo sich das staunende Publikum sammelte. Von Fackeln beleuchtet, unter dem Klang von Trompeten und Glöckchen zogen die glänzenden Gefährte ihre Bahn. Im ersten Schlitten saß stets der Herzog, der gesamte Zug wurde von der Leibgarde und Reitknechten begleitet.

Die aufwändig gearbeiteten Schlitten zieren phantasievolle Gestalten: antike Göttinnen und Götter sind ebenso zu finden wie Fabelwesen und wilde Tiere. Sie verstärken den Eindruck des Besonderen und Luxuriösen, den die Schlittenfahrten erwecken sollten. Zum Bau der Fahrzeuge wurden nur die besten Hofkünstler herangezogen: Bildhauer, Kunstschreiner, Wagner und Vergolder schufen exquisite Kunstwerke.

Einige Beschreibungen von fürstlichen Schlittenfahrten sind erhalten, sie dienten dazu, den Zeitgenossen und der Nachwelt vom Ruhm des Herrschers zu künden: "Heute Abend 5 Uhr Differtirte (vergnügte) sich der Serenissimus (Herzog Eberhard Ludwig): mit einer Schlittenfahrt, wobey der Schlitten mit Trompeten und Paucken von 6.Maulthieren bespannt voraus gefahren. (...) 2. Februar 1731

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Technische Beratung, Gestaltung, Konzept und Umsetzung: Ralf Gatzki und Friederike Rook